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Franck van HEMERT

Né en 1956 - Kerkrade Pays-Bas • Vit et travaille à Starnmeer (Pays-Bas)


„Zu Fuß querfeldein laufen, ohne Unterlass schauen, beobachten. Sich überwältigen lassen, sich einfangen lassen, um sich mit den Orten vertraut zu machen und die simple Gegenwart dessen, was ist, zu ergreifen.“1

Die fotografischen Spaziergänge von Stephan Girard führen uns zu unterirdischen und verborgenen Winkeln der Welt. In Industriegebäuden oder in verlassenen Waldparzellen verlässt der Künstler die Erdoberfläche, um in den Untergrund vorzudringen. Ob es sich nun um natürliche oder industrielle Räume handelt, immer geht es um die unaufhörliche Suche nach einer entmenschlichten Menschheit, die in schwarzen abgründigen Tiefen zum Ausdruck kommt, aus denen ein flackerndes, schwaches Licht dringt. Wir fühlen uns beengt, fast eingeschlossen, doch die Aufforderung, diese Räume zu durchschreiten, will uns weder in ein Labyrinth noch auf einem falschen Weg in die Irre führen. Wir sollen weiter vordringen, uns selbst einschließen, uns einsperren lassen, um neue körperlich und zeitlich erfahrbare Räume zu entdecken, um neue „Zeitkontinente“ zu entwerfen.2 In den Fotografien von Stephan Girard sind Abwesende verborgen, die Geister entschwundener menschlicher Schatten. Es ist nicht die Existenz und noch weniger das Verschwinden, die hier beschworen werden, es wird einfach nur der Gedanke an ein Vorübergehen, einen Besuch oder einen Aufenthalt ausgelöst. Diese Bilder verwandeln den sensibel wahrgenommenen Raum in eine mit Leben erfüllte Wohnstätte. Das Abschreiten des Weges enthüllt die Lichter, die Ausgänge und die bei aller Leichtigkeit bedrückende Architektur. Gespenster durchwandeln diese scheinbaren Wüsten, Silhouetten einer Menschheit, die noch spürbar ist; sie laden den Betrachter an einen Ort der Entspannung ein. In diese leeren Orte einzutreten, sie zum Leben zu erwecken, endlich hier verweilen zu können... „Das entspricht der Offenbarung, die wir verspüren, wenn wir fähig bleiben, sie im Moment, da wir sie spüren, auch zu bewohnen ...“3

Alexandre Rolla

1Stephan Girard, Lignes tendues, Paris, Editions Zéro l’infini, 2003, S. 22
2Continents de temps, Michelangelo Pistoletto, Ausstellungskatalog, Musée d’Art Contemporain de Lyon, Réunion des Musées Nationaux, 2001
3Mark Rothko, in: Stephan Girard, ibid., S. 22

Oeuvres de l'artiste dans la collection
du frac franche-comte

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